20. Januar 2026 | 8 min Lesezeit
Car Policy im Unternehmen: Das regelt eine Dienstwagenordnung
Was ist eine Car Policy?
Eine Car Policy – auch Dienstwagenrichtlinie oder Dienstwagenordnung genannt – definiert unternehmensweit gültige Regeln für Auswahl, Nutzung und Rückgabe von Firmenfahrzeugen. Sie gilt für alle dienstwagenberechtigten Personen und sorgt für klare Rahmenbedingungen. In der Praxis wird eine Car Policy meist von Verantwortlichen aus Personal, Fuhrparkmanagement, Einkauf und Geschäftsführung gemeinsam erarbeitet. Je nach Unternehmen ist auch der Betriebsrat frühzeitig einzubinden.
Inhalte der Car Policy
Das sollte in einer Car Policy geregelt sein:
- Festlegen von dienstwagenberechtigten Personengruppen
- Fahrzeugmarken und -modelle unter Berücksichtigung unterschiedlicher Interessen (z. B. Stauraum für Service-Mitarbeiter, Effizienz und Zuverlässigkeit für Mitarbeitende im Außendienst)
- Ausstattung der Firmenfahrzeuge, ggf. in Abhängigkeit von der Position
- Regelung zur privaten Nutzung sowie Übernahme von Kraftstoff- bzw. Ladekosten
- Antriebsart (Verbrenner, Elektro- oder Hybridfahrzeug)
- Ggf. Grenzwerte für CO2-Emissionen
- Maximale Kaufpreise oder Leasingraten
- Bestimmungen zur Fahrsicherheit
- Umgang mit Schäden und Haftungsfragen
- Vorgesehene Nutzungsdauer
- Ablauf der Fahrzeugrückgabe
Car Policy und Elektrofahrzeuge
Nutzen Sie Elektrofahrzeuge als Dienstwagen, sollten entsprechende Regelungen explizit in der Car Policy berücksichtigt werden – insbesondere beim Thema Heimladen.
Wichtige Punkte dabei sind:
- Grundsätzliche Erlaubnis, den Dienstwagen zu Hause zu laden
- Abrechnungsprozess für Heimladekosten, z. B. mit dem MOBIKO Heimlademanager, der das Vorgehen transparent, zuverlässig und rechtssicher gestaltet
- Datenübermittlung aus dem Fahrzeug oder der Wallbox
- Verantwortlichkeiten zwischen Nutzer, HR und Fuhrparkmanagement
Tipp: Die einfachste Lösung, Heimladekosten für alle Mitarbeitenden fair und nachvollziehbar abzurechnen, ist der Heimlademanager von MOBIKO. Damit erstatten Sie tatsächlich angefallene Heimladekosten steuerfrei, automatisiert und flexibel und entlasten Ihre HR-Abteilung sowie Ihr Fuhrparkmanagement.
Ziele und Nutzen einer Car Policy
Eine Car Policy hat das Ziel, alle allgemeingültigen Ansprüche zu definieren und einheitliche Regelungen rund um die Anschaffung und Nutzung von Firmenfahrzeugen zu schaffen. Entscheider haben damit eine klare Regelung, die dennoch einen gewissen Gestaltungsspielraum für unterschiedliche Anforderungen bietet. Eine Dienstwagenordnung bringt Unternehmen außerdem folgende Vorteile:
- Kostenkontrolle: Fuhrparkmanager haben mit einer Car Policy einen klaren Leitfaden, der es einfacher macht, Budgets einzuhalten und Entscheidungen zu argumentieren.
- Transparenz: Eine klar definierte Car Policy macht Mobilitätsangebote für Mitarbeitende attraktiv und verständlich. Einheitliche Regelungen, transparentes Vorgehen und der Fokus auf Nachhaltigkeit und E-Mobilität positionieren Sie als modernen Arbeitgeber.
- Außenwirkung: Binden Sie Ihre Dienstfahrzeuge mit einem einheitlichen Design als Teil Ihrer Corporate Identity ein. Elektrofahrzeuge signalisieren Kunden und Geschäftspartnern die nachhaltige Ausrichtung Ihres Unternehmens.
- Akzeptanz: Durch eine einheitliche Regelung schaffen Sie mit einer Car Policy mehr Akzeptanz im Unternehmen und vermeiden Konflikte zwischen Mitarbeitenden.
Rechtliche Aspekte der Car Policy: Ist sie verpflichtend?
Eine gesetzliche Pflicht zur Einführung einer Car Policy gibt es in Deutschland nicht. Aufgrund der zahlreichen Vorteile für Mitarbeitende, HR-Verantwortliche und Fuhrparkmanager ist sie aber sehr zu empfehlen.
Wichtig: Aus § 87 des Betriebsverfassungsgesetzes ergibt sich das Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats beim Thema Car Policy. Eine Zustimmung des Betriebsrats muss dann eingeholt werden, wenn einer der folgenden Punkte betroffen ist:
- Grundsätzliches Verhalten der Mitarbeitenden bei der Nutzung von Dienstwagen, z. B. Führerscheinkontrolle
- Einführung von technischen Anwendungen, z. B. Installation eines GPS-Trackers im Fahrzeug, auch wenn dieser bereits vom Fahrzeughersteller eingebaut ist
- Arbeitsschutzmaßnahmen, z. B. Durchführung von Fahrerunterweisung oder Fahrertrainings
- Betriebliche Lohngestaltung: Da es sich beim Firmenwagen um einen geldwerten Vorteil für Mitarbeitende handelt, hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht in der Ausgestaltung der Car Policy.
Tipp: Auch für eine bessere Akzeptanz im Unternehmen ist es ratsam, den Betriebsrat von Anfang an in die Ausarbeitung einer Car Policy einzubeziehen.
Häufige Stolpersteine beim Erarbeiten der Car Policy und wie Sie diese vermeiden
Wenn Sie eine Dienstwagenrichtlinie erstellen, sollten Sie auch an diese wichtigen Punkte denken:
1. Gesamtkosten betrachten
Wenn Sie festlegen, welche Kosten für den Dienstwagen je Personengruppe nicht überschritten werden sollen, ist es wichtig, die Gesamtkosten zu betrachten. Dazu gehören nicht nur der Listenpreis oder die Leasingrate, sondern auch Betriebskosten sowie Aufwendungen für Wartung und Versicherung.
2. Geldwerter Vorteil
Die Dienstwagenrichtlinie ist außerdem der richtige Ort, um den geldwerten Vorteil zu regeln. Legen Sie fest, ob dieser pauschal nach der 1-%-Methode (bzw. 0,5 % oder 0,25 %) oder auf Basis der Fahrtenbuchmethode ermittelt wird.
Hinweis: Bei der Prozentregelung gelten gewisse rechtliche Rahmenbedingungen, die beim Aufsetzen der Dienstwagenrichtlinie geprüft werden müssten.
3. Umgang mit Schäden und Haftung
Klären Sie, wer bei grober Fahrlässigkeit, Parkschäden und Unfällen im Ausland haftet. Bußgelder und Ordnungswidrigkeiten müssen vom Arbeitnehmenden bezahlt werden, da es sich anderweitig um einen steuerpflichtigen Arbeitslohn handelt.
4. Unterbrechungen im Arbeitsverhältnis
Regeln Sie, wie mit Dienstwagen bei Krankheit oder Elternzeit umzugehen ist. Konkret können Sie hier festhalten, ab welcher Dauer der Unterbrechung (z. B. 6 Wochen) der Dienstwagen vorübergehend abzugeben ist oder nicht privat genutzt werden darf.
5. Elektromobilität
Besonderheiten bei Elektrofahrzeugen sollten in der Car Policy ebenfalls Anwendung finden. Regeln Sie Heimlademöglichkeiten, Abrechnung von Heimladekosten und Ladeinfrastruktur einheitlich in der Dienstwagenrichtlinie.
Car Policy in 5 Schritten: So geht’s
Wenn Sie eine Car Policy im Unternehmen erarbeiten möchten, gehen Sie wie folgt vor:
- Einbeziehen aller relevanten Entscheider aus Personal, Geschäftsführung, Einkauf, Fuhrpark und Betriebsrat
- Zieldefinition und Festlegen der Rahmenbedingungen, z. B. Budgetgrenzen, Nachhaltigkeitsziele
- Prozessoptimierung: Vereinfachung und Automatisierung bestimmter Schritte, z. B. Abrechnung von Heimladekosten über den MOBIKO Heimlademanager
- Festlegen von Prozessen und Zuständigkeiten, z. B. Abrechnung durch HR, Rückgabe durch Fuhrparkmanagement
- Kommunikation und Einführung: Transparente Kommunikation sowie regelmäßige Aktualisierung bei Änderungen im Steuergesetz oder neuen Fahrzeugtypen
Mit einer Car Policy legen Sie Prozesse, Budgets sowie Rahmenbedingungen von Firmenfahrzeugen einheitlich fest. So haben Sie mehr Kontrolle über Kosten, weniger Abstimmungsbedarf und transparente Regeln.
Autorin
Kristina Fraitzl
Freelance SEO-Texterin für HR und Employer Branding

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