30. Januar 2026 | 10 min Lesezeit

Nachhaltige Mobilität im Unternehmen – das sollten Arbeitgeber jetzt tun

Rund 22 % beträgt der Anteil des Verkehrs an den gesamten CO2-Emissionen in Deutschland, wobei zwei Drittel davon auf gewerbliche Fahrzeuge zurückzuführen sind. Zwar sind Fahrzeuge in den vergangenen Jahrzehnten durch niedrigere Schadstoffwerte tendenziell klimafreundlicher geworden, gleichzeitig ist die Verkehrsleistung jedoch deutlich gestiegen, was die Effizienzgewinne relativiert. Wie Unternehmen als Organisation und Verantwortliche zu einer nachhaltigen Mobilität beitragen und am Klimaschutz mitwirken können, lesen Sie hier.

Was versteht man unter nachhaltiger Mobilität?

Unter nachhaltiger Mobilität versteht man Maßnahmen, die dafür sorgen, die CO2-Emissionen der Fortbewegung so gering wie möglich zu halten. Im Wesentlichen geht es darum, Lösungen zu finden, die die Mobilität von Menschen und Waren ermöglichen und die Umwelt deutlich weniger belasten. Dazu gehört beispielsweise, unnötige Wege zu vermeiden, Shared Mobility zu nutzen oder auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Auch die Entwicklung von Smart Mobility trägt zur Nachhaltigkeit des Verkehrs bei, da durch die Vernetzung von Fortbewegungsmitteln neue Mobilitätslösungen möglich werden. Nachhaltige Mobilität bedeutet dabei nicht nur technologische Veränderungen, sondern häufig auch neue Arbeits- und Mobilitätsgewohnheiten.

Wer trägt Verantwortung für nachhaltige Mobilität?

Es stellt sich die Frage, wer für nachhaltige Mobilität verantwortlich ist. Die einfache Antwort darauf lautet: jeder und jede von uns.

Die etwas ausführlichere Antwort darauf betrifft Kommunen, Unternehmen und Individuen.

  • Kommunen schaffen die infrastrukturellen Voraussetzungen, z. B. durch ÖPNV-Ausbau oder Sharing-Angebote, und setzen damit die Ziele aus dem Klimaschutzgesetz des Umweltbundesamtes (UBA) um.
  • Individuen entscheiden sich im Alltag bewusst für nachhaltige Mobilität.
  • Unternehmen beeinflussen Mobilität maßgeblich durch Arbeitsmodelle, Dienstwagenregelungen, Mobilitätsangebote und Anreize.

 

Gerade Unternehmen haben hier eine besondere Verantwortung, da sie Mobilität aktiv gestalten und steuern können.

Vorteile einer nachhaltigen Mobilitätsstrategie für Unternehmen

Unternehmen verursachen durch Produktion, Logistik, Arbeitswege, Gebäude, Digitalisierung und Lieferketten zahlreiche Treibhausgasemissionen. Deshalb ist es auch ihre Aufgabe, ihre eigenen Strukturen und Prozesse im Hinblick auf die CO2-Emissionen zu überdenken. Aus diesen Gründen sollten Unternehmen eine nachhaltige Mobilitätsstrategie verfolgen:
  • Image: Nicht nur nach außen, sondern auch nach innen und in Bezug auf die Arbeitgeberattraktivität hat eine nachhaltige Mobilitätsstrategie Vorteile für Unternehmen. Mit einem Fokus auf Elektromobilität sowie mobilitätsbezogene Konzepte für ihre Mitarbeitenden signalisieren sie Interessengruppen fortschrittliches Denken, Umweltbewusstsein und verantwortungsvolles Handeln.
  • Umwelt: Verkehr und Mobilität ist in vielen Unternehmen der Bereich mit dem größten CO2-Ausstoß. Gleichzeitig findet sich hier das größte Potenzial für Einsparungen. Wenn Unternehmen jetzt umdenken und Änderungen in Richtung Nachhaltigkeit in die Wege leiten, können sie ihren ökologischen Fußabdruck deutlich verbessern.
  • Kosten: Durch das neue EU-Emissionshandelssystem ETS 2 müssen Unternehmen bis zum 31.05.2028 erstmalig für die Emissionen des Berichtsjahres 2027 auch CO2-Zertifikate für Brennstoffe im Verkehr sowie in Gebäuden erwerben. Wer seine Dienstwagenflotte rechtzeitig auf Elektromobilität umstellt, vermeidet Kosten für CO2-Zertifikate im Bereich der Mobilität.

Nachhaltige Mobilität gewinnt zudem im Kontext von ESG und CSRD an Bedeutung. Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verpflichtet die EU immer mehr Unternehmen dazu, ihre Nachhaltigkeitsleistungen transparent offenzulegen. Mobilität und Verkehr zählen dabei zu den zentralen Emissionstreibern und müssen künftig messbar und dokumentiert sein. Strukturieren Unternehmen ihre Mobilitätsstrategie frühzeitig nachhaltig, schaffen sie nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch die Grundlage für eine fundierte Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Umsetzung von nachhaltigen Mobilitätsangeboten im Unternehmen

Das UBA setzt bei der Umsetzung des Klimaschutzgesetzes auf vier wesentliche Felder. An diesen können sich Unternehmen auch intern orientieren, wenn sie eine nachhaltige Mobilitätsstrategie ausarbeiten möchten:

FeldIdeen zur Umsetzung im Unternehmen
Verkehr vermeiden• Homeoffice anbieten, um Arbeitswege zu vermeiden
• Besprechungen virtuell abhalten, wo sinnvoll und möglich
• Lieferketten optimieren
Umweltverträgliche Verkehrsmittel fördern• Geschäftsreisen mit der Bahn durchführen
• Anreize für Mitarbeitende schaffen, um den ÖPNV zu nutzen
Energieeffizienz erhöhen• Firmenwagenflotte reduzieren und Auslastung vorhandener Fahrzeuge erhöhen
• Grenzwerte für CO2-Emissionen von Firmenfahrzeugen in der Car Policy festlegen
Nutzen von Strom und treibhausgasneutralen Kraftstoffen• Umstellung auf Elektromobilität
• Ladeinfrastruktur am Standort und zu Hause

Eine nachhaltige Mobilität im Unternehmen bedeutet nicht nur, weniger Verkehr zu verursachen. Sie betrifft deutlich mehr Arbeitsbereiche, Strukturen und Abläufe, die Teil einer Gesamtstrategie zur Nachhaltigkeit sein sollten.

Nachhaltige Fortbewegungsmittel

Besonders im Bereich der Mitarbeitermobilität können Unternehmen viel bewirken. Entscheidend ist nicht nur, Angebote bereitzustellen, sondern Anreize zu schaffen, diese auch zu nutzen. Eine hohe Wirkung für Mitarbeitende hat vor allem die Kostenersparnis. Mit einem Zuschuss zum Deutschland-Jobticket oder einem flexibel einsetzbaren Mobilitätsbudget motivieren Sie Ihre Angestellten am meisten, zu nachhaltiger Mobilität zu wechseln.

Auch Führungskräfte nehmen eine wichtige Vorbildrolle ein, wenn es um Veränderungen im Unternehmen geht. Wenn Sie von Ihren Mitarbeitenden erwarten, dass diese auf den ÖPNV umsteigen, sollten auch Sie als Entscheider nicht mit dem Taxi zum Kundentermin fahren.

Diese Verkehrsmittel sind nachhaltig und können Ihren Mitarbeitenden als Alternativen zum eigenen Fahrzeug für den täglichen Arbeitsweg zur Verfügung stehen:

Mann steigt aus weißem Auto von ShareNow aus

Shared Mobility

Worum geht’s: Personen können Fahrzeuge eines Carsharing-Anbieters flexibel und bedarfsgerecht nutzen, ohne dass sie selbst ein eigenes Auto inklusive Versicherung, Steuern und Kraftstoff halten müssen.

Was bringt es? Carsharing erhöht die Auslastung eines Fahrzeugs um das Sechsfache und sorgt damit für mehr Effizienz. Gerade in Städten werden durch Carsharing weniger Parkplätze benötigt, was der Umwelt durch weniger Flächenversiegelung zugutekommt.

Zwei Frauen stehen im Bus und schauen lächelnd auf ein Handy

Öffentliche Verkehrsmittel

Worum geht’s: Wo es möglich ist, steigen Arbeitnehmer bei ihrem täglichen Arbeitsweg auf den öffentlichen Nahverkehr um und verzichten dadurch auf die alleinige Benutzung des eigenen Autos.

Was bringt es? Eine höhere Auslastung von Bus, Bahn und Tram reduziert den CO2-Ausstoß der einzelnen Nutzer. Eine hohe Nachfrage ermöglicht außerdem die weitere Ausbreitung von ÖPNV-Angeboten.

Frau mit Kopfhörern auf Fahrrad

Fahrrad

Worum geht’s: Mitarbeitende können das Mobilitätsbudget für die monatliche Leasingrate ihres E-Bikes einsetzen und werden dadurch motiviert, dieses für den täglichen Weg zur Arbeit zu nutzen. Idealerweise stellen Unternehmen Parkplätze für E-Bikes mit Ladestationen oder sichere Fahrradunterstände zur Verfügung.

Was bringt es? Fahrten mit dem eigenen Fahrrad oder E-Bike entlasten die Umwelt und tragen zur Gesundheit der Mitarbeitenden bei. Und bei schlechtem Wetter? Mitarbeitende können ihr Mobilitätsbudget flexibel für die Art von Mobilität einsetzen, die für sie passend ist – und dabei jederzeit zwischen Verkehrsmitteln wechseln.

Frau lädt Elektrofahrzeug an Wallbox

Elektromobilität

Worum geht’s: Unternehmen stellen ihre Dienstwagenflotte auf Elektromobilität um und setzen auf umweltfreundliche Alternativen zu Verbrennerfahrzeugen.

Was bringt es? Der Umstieg auf Elektromobilität senkt die CO2-Emissionen eines Unternehmens und hat zusätzlich eine große Wirkung auf das Image und die Wahrnehmung als Arbeitgeber.

Fazit: Nachhaltige Mobilität ist mehr als ein Beitrag zum Umweltschutz

Im Hinblick auf Kosten, Außenwahrnehmung und Klimaschutz sollten sich Unternehmen und HR-Entscheider spätestens jetzt mit nachhaltiger Mobilität beschäftigen. Insbesondere im Bereich Verkehr liegt für das Nachhaltigkeitsmanagement in Organisationen das größte Potenzial, um CO2-Emissionen einzusparen.

Schaffen Sie die infrastrukturellen Voraussetzungen durch die Umstellung Ihres Fuhrparks und die richtigen Anreize, um Ihre Mitarbeitenden zur Nutzung von nachhaltigen Mobilitätslösungen zu motivieren. So stellen Sie sicher, dass alle Beschäftigten auch in Zukunft zur Nachhaltigkeitsstrategie Ihres Unternehmens beitragen.

Mit dem flexiblen Mobilitätsbudget können Unternehmen ihren Mitarbeitenden einen steuer- und sozialversicherungsfreien Zuschuss für nachhaltige Mobilität zahlen. Wir beraten Sie gerne, wenn Sie nach einer einfach umsetzbaren und flexiblen Lösung für nachhaltige Mobilität suchen. Sprechen Sie uns an!

Autorin

Kristina Fraitzl

Kristina Fraitzl

Freelance SEO-Texterin für HR und Employer Branding

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