30. Januar 2026 | 10 min Lesezeit
Nachhaltige Mobilität im Unternehmen – das sollten Arbeitgeber jetzt tun
Was versteht man unter nachhaltiger Mobilität?
Wer trägt Verantwortung für nachhaltige Mobilität?
Es stellt sich die Frage, wer für nachhaltige Mobilität verantwortlich ist. Die einfache Antwort darauf lautet: jeder und jede von uns.
Die etwas ausführlichere Antwort darauf betrifft Kommunen, Unternehmen und Individuen.
- Kommunen schaffen die infrastrukturellen Voraussetzungen, z. B. durch ÖPNV-Ausbau oder Sharing-Angebote, und setzen damit die Ziele aus dem Klimaschutzgesetz des Umweltbundesamtes (UBA) um.
- Individuen entscheiden sich im Alltag bewusst für nachhaltige Mobilität.
- Unternehmen beeinflussen Mobilität maßgeblich durch Arbeitsmodelle, Dienstwagenregelungen, Mobilitätsangebote und Anreize.
Gerade Unternehmen haben hier eine besondere Verantwortung, da sie Mobilität aktiv gestalten und steuern können.
Vorteile einer nachhaltigen Mobilitätsstrategie für Unternehmen
- Image: Nicht nur nach außen, sondern auch nach innen und in Bezug auf die Arbeitgeberattraktivität hat eine nachhaltige Mobilitätsstrategie Vorteile für Unternehmen. Mit einem Fokus auf Elektromobilität sowie mobilitätsbezogene Konzepte für ihre Mitarbeitenden signalisieren sie Interessengruppen fortschrittliches Denken, Umweltbewusstsein und verantwortungsvolles Handeln.
- Umwelt: Verkehr und Mobilität ist in vielen Unternehmen der Bereich mit dem größten CO2-Ausstoß. Gleichzeitig findet sich hier das größte Potenzial für Einsparungen. Wenn Unternehmen jetzt umdenken und Änderungen in Richtung Nachhaltigkeit in die Wege leiten, können sie ihren ökologischen Fußabdruck deutlich verbessern.
- Kosten: Durch das neue EU-Emissionshandelssystem ETS 2 müssen Unternehmen bis zum 31.05.2028 erstmalig für die Emissionen des Berichtsjahres 2027 auch CO2-Zertifikate für Brennstoffe im Verkehr sowie in Gebäuden erwerben. Wer seine Dienstwagenflotte rechtzeitig auf Elektromobilität umstellt, vermeidet Kosten für CO2-Zertifikate im Bereich der Mobilität.
Nachhaltige Mobilität gewinnt zudem im Kontext von ESG und CSRD an Bedeutung. Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verpflichtet die EU immer mehr Unternehmen dazu, ihre Nachhaltigkeitsleistungen transparent offenzulegen. Mobilität und Verkehr zählen dabei zu den zentralen Emissionstreibern und müssen künftig messbar und dokumentiert sein. Strukturieren Unternehmen ihre Mobilitätsstrategie frühzeitig nachhaltig, schaffen sie nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch die Grundlage für eine fundierte Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Umsetzung von nachhaltigen Mobilitätsangeboten im Unternehmen
Das UBA setzt bei der Umsetzung des Klimaschutzgesetzes auf vier wesentliche Felder. An diesen können sich Unternehmen auch intern orientieren, wenn sie eine nachhaltige Mobilitätsstrategie ausarbeiten möchten:
| Feld | Ideen zur Umsetzung im Unternehmen |
|---|---|
| Verkehr vermeiden | • Homeoffice anbieten, um Arbeitswege zu vermeiden • Besprechungen virtuell abhalten, wo sinnvoll und möglich • Lieferketten optimieren |
| Umweltverträgliche Verkehrsmittel fördern | • Geschäftsreisen mit der Bahn durchführen • Anreize für Mitarbeitende schaffen, um den ÖPNV zu nutzen |
| Energieeffizienz erhöhen | • Firmenwagenflotte reduzieren und Auslastung vorhandener Fahrzeuge erhöhen • Grenzwerte für CO2-Emissionen von Firmenfahrzeugen in der Car Policy festlegen |
| Nutzen von Strom und treibhausgasneutralen Kraftstoffen | • Umstellung auf Elektromobilität • Ladeinfrastruktur am Standort und zu Hause |
Eine nachhaltige Mobilität im Unternehmen bedeutet nicht nur, weniger Verkehr zu verursachen. Sie betrifft deutlich mehr Arbeitsbereiche, Strukturen und Abläufe, die Teil einer Gesamtstrategie zur Nachhaltigkeit sein sollten.
Nachhaltige Fortbewegungsmittel
Besonders im Bereich der Mitarbeitermobilität können Unternehmen viel bewirken. Entscheidend ist nicht nur, Angebote bereitzustellen, sondern Anreize zu schaffen, diese auch zu nutzen. Eine hohe Wirkung für Mitarbeitende hat vor allem die Kostenersparnis. Mit einem Zuschuss zum Deutschland-Jobticket oder einem flexibel einsetzbaren Mobilitätsbudget motivieren Sie Ihre Angestellten am meisten, zu nachhaltiger Mobilität zu wechseln.
Auch Führungskräfte nehmen eine wichtige Vorbildrolle ein, wenn es um Veränderungen im Unternehmen geht. Wenn Sie von Ihren Mitarbeitenden erwarten, dass diese auf den ÖPNV umsteigen, sollten auch Sie als Entscheider nicht mit dem Taxi zum Kundentermin fahren.
Diese Verkehrsmittel sind nachhaltig und können Ihren Mitarbeitenden als Alternativen zum eigenen Fahrzeug für den täglichen Arbeitsweg zur Verfügung stehen:
Shared Mobility
Worum geht’s: Personen können Fahrzeuge eines Carsharing-Anbieters flexibel und bedarfsgerecht nutzen, ohne dass sie selbst ein eigenes Auto inklusive Versicherung, Steuern und Kraftstoff halten müssen.
Was bringt es? Carsharing erhöht die Auslastung eines Fahrzeugs um das Sechsfache und sorgt damit für mehr Effizienz. Gerade in Städten werden durch Carsharing weniger Parkplätze benötigt, was der Umwelt durch weniger Flächenversiegelung zugutekommt.
Öffentliche Verkehrsmittel
Worum geht’s: Wo es möglich ist, steigen Arbeitnehmer bei ihrem täglichen Arbeitsweg auf den öffentlichen Nahverkehr um und verzichten dadurch auf die alleinige Benutzung des eigenen Autos.
Was bringt es? Eine höhere Auslastung von Bus, Bahn und Tram reduziert den CO2-Ausstoß der einzelnen Nutzer. Eine hohe Nachfrage ermöglicht außerdem die weitere Ausbreitung von ÖPNV-Angeboten.
Fahrrad
Worum geht’s: Mitarbeitende können das Mobilitätsbudget für die monatliche Leasingrate ihres E-Bikes einsetzen und werden dadurch motiviert, dieses für den täglichen Weg zur Arbeit zu nutzen. Idealerweise stellen Unternehmen Parkplätze für E-Bikes mit Ladestationen oder sichere Fahrradunterstände zur Verfügung.
Was bringt es? Fahrten mit dem eigenen Fahrrad oder E-Bike entlasten die Umwelt und tragen zur Gesundheit der Mitarbeitenden bei. Und bei schlechtem Wetter? Mitarbeitende können ihr Mobilitätsbudget flexibel für die Art von Mobilität einsetzen, die für sie passend ist – und dabei jederzeit zwischen Verkehrsmitteln wechseln.
Elektromobilität
Worum geht’s: Unternehmen stellen ihre Dienstwagenflotte auf Elektromobilität um und setzen auf umweltfreundliche Alternativen zu Verbrennerfahrzeugen.
Was bringt es? Der Umstieg auf Elektromobilität senkt die CO2-Emissionen eines Unternehmens und hat zusätzlich eine große Wirkung auf das Image und die Wahrnehmung als Arbeitgeber.
Fazit: Nachhaltige Mobilität ist mehr als ein Beitrag zum Umweltschutz
Im Hinblick auf Kosten, Außenwahrnehmung und Klimaschutz sollten sich Unternehmen und HR-Entscheider spätestens jetzt mit nachhaltiger Mobilität beschäftigen. Insbesondere im Bereich Verkehr liegt für das Nachhaltigkeitsmanagement in Organisationen das größte Potenzial, um CO2-Emissionen einzusparen.
Schaffen Sie die infrastrukturellen Voraussetzungen durch die Umstellung Ihres Fuhrparks und die richtigen Anreize, um Ihre Mitarbeitenden zur Nutzung von nachhaltigen Mobilitätslösungen zu motivieren. So stellen Sie sicher, dass alle Beschäftigten auch in Zukunft zur Nachhaltigkeitsstrategie Ihres Unternehmens beitragen.
Mit dem flexiblen Mobilitätsbudget können Unternehmen ihren Mitarbeitenden einen steuer- und sozialversicherungsfreien Zuschuss für nachhaltige Mobilität zahlen. Wir beraten Sie gerne, wenn Sie nach einer einfach umsetzbaren und flexiblen Lösung für nachhaltige Mobilität suchen. Sprechen Sie uns an!
Autorin
Kristina Fraitzl
Freelance SEO-Texterin für HR und Employer Branding

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