11. August 2026 | 8 min Lesezeit

Gehaltserhöhung oder Mobilitätsbudget? Ein ehrlicher Vergleich für HR

Das Mobilitätsbudget ist ein besonderer Mitarbeitervorteil, der nicht nur als Zusatzleistung gewährt werden kann, sondern mittlerweile auch eine Alternative zur Gehaltserhöhung darstellt. Doch wenn es darum geht, einen Benefit anstelle einer Lohnerhöhung einzusetzen, braucht es mehr als einen reinen Brutto-Netto-Effekt. Wir zeigen in dieser ehrlichen Gegenüberstellung, was sich mehr lohnt: Gehaltserhöhung oder Mobilitätsbudget?

In Kürze

  • Gehaltserhöhung und Mobilitätsbudget erfüllen unterschiedliche Funktionen: Die Gehaltserhöhung steigert dauerhaft das frei verfügbare Einkommen, das Mobilitätsbudget entlastet gezielt bei Mobilitätsausgaben.

  • Durch steuerfreie und steuerbegünstigte Mobilitätsarten kann beim Mobilitätsbudget ein höherer Nettoeffekt für Arbeitnehmende

  • Steuerliche Vorteile gelten jedoch nicht pauschal für das gesamte Mobilitätsbudget und hängen von Verkehrsmittel und Ausgestaltung

  • Eine Gehaltserhöhung lässt sich nicht beliebig durch steuerfreie Benefits ersetzen – insbesondere die Zusätzlichkeitsvoraussetzungen müssen berücksichtigt werden.

  • In der Praxis ist häufig eine Kombination aus Gehaltserhöhung und Mobilitätsbudget sinnvoll.
Inhaltsverzeichnis

Woher kommt die Überlegung „Gehaltserhöhung oder Mobilitätsbudget“?

Das Mobilitätsbudget ist ein Mitarbeiter-Benefit. Wie kommt es also, dass dieser im Kontext einer Gehaltserhöhung überhaupt genannt wird?

Über ein Mobilitätsbudget können Beschäftigte ihre Belege für Tanken, Laden, ÖPNV oder private Mobilität im Urlaub einreichen. Weil Mobilität die gesamte Belegschaft betrifft und das Budget flexibel ausgestaltet werden kann, erreicht der Benefit unterschiedliche Lebens- und Arbeitssituationen. Bei der Wahl von steuerbegünstigten oder steuerfreien Mobilitätsformen ist der Nettoeffekt eines Mobilitätsbudgets besonders groß, weshalb der Benefit gern zur Nettolohnoptimierung eingesetzt wird.

Bei anstehenden Vergütungsentscheidungen wird daher aus Arbeitgebersicht oft überlegt, nicht mehr Gehalt zu bezahlen, sondern den Mitarbeitenden diese Erhöhung in Form eines Mobilitätsbudgets zur Verfügung zu stellen. Arbeitnehmende profitieren im Vergleich zu einer Gehaltserhöhung dabei vor allem von einem deutlich höheren Nettowert.

Gehaltserhöhung oder Mobilitätsbudget? Was ist besser?

Bevor wir uns intensiver mit den Einzelheiten und Auswirkungen der beiden Instrumente beschäftigen, sollten wir einen Blick auf die Zielsetzungen von Gehaltserhöhung und Mobilitätsbudget werfen. Nur so wird verständlich, worum es bei der Thematik genau geht.

Unterschiedliche Zielsetzungen

Steigende Kosten in allen möglichen Bereichen des Lebens beschäftigen Mitarbeitende aktuell sehr stark. Die logische Konsequenz daraus ist: Wer seinen Lebensstandard halten möchte, braucht entweder mehr Einnahmen oder weniger Ausgaben. Genau diese beiden Zielsetzungen verfolgen Gehaltserhöhung und Mobilitätsbudget. Wer mehr Lohn erhält, hat mehr Einnahmen zur Verfügung. Wer hingegen ein Mobilitätsbudget vom Arbeitgeber bekommt, muss einen Teil seiner ohnehin anfallenden Mobilitätskosten nicht mehr aus dem eigenen Nettoeinkommen bezahlen und hat dadurch weniger Ausgaben.

Beide Ansätze haben unterschiedliche Grundgedanken: Die Gehaltserhöhung stellt ein dauerhaft höheres Einkommen dar und kann für beliebige Ausgaben im Alltag verwendet werden. Das Mobilitätsbudget hingegen ist zweckgebunden und zielt auf eine direkte Entlastung bei den täglichen Mobilitätsausgaben ab. Außerdem profitieren Arbeitnehmende sowie Arbeitgeber hier je nach Ausgestaltung stark von den steuerlichen Vorteilen.

Das spricht für eine Gehaltserhöhung

Die Vorteile einer Gehaltserhöhung liegen für viele auf der Hand:

  • Dauerhaft höheres Gehalt
  • Höhere Kaufkraft
  • Flexibel und individuell einsetzbar

Für HR ist sie außerdem leicht umzusetzen, und nach der einmaligen Anpassung bedarf es keiner weiteren Verwaltung.

Eine wichtige Auswirkung der Gehaltserhöhung darf hier jedoch nicht außer Acht gelassen werden: Vom Mehr an Lohn oder Gehalt bleibt durch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge oft überraschend wenig Netto für die Mitarbeitenden übrig. Zusammen mit der Inflation tritt sehr schnell ein Gewöhnungseffekt bei den Angestellten ein. Eine Gehaltserhöhung von 100 € bedeutet weder 100 € zusätzliches Netto für Beschäftigte noch lediglich 100 € zusätzliche Kosten für den Arbeitgeber. Auf Arbeitnehmerseite reduzieren Steuern und Sozialversicherungsbeiträge den Nettobetrag, während auf Arbeitgeberseite zusätzliche Lohnnebenkosten entstehen.

Wann ein Mobilitätsbudget sinnvoller sein kann

Ein Mobilitätsbudget kann als Alternative zur Gehaltserhöhung angeboten werden und bringt folgende Vorteile mit sich:

  • Mehr Netto vom Brutto
  • Geringere Lohnnebenkosten für Unternehmen
  • Flexibel und anpassbar

Ein Mobilitätsbudget macht vor allem in den Fällen Sinn, in denen Angestellte regelmäßige Ausgaben für Mobilität haben. Werden überwiegend steuerfreie oder steuerbegünstigte Mobilitätsleistungen genutzt, kann ein Mobilitätsbudget die Beschäftigten pro eingesetztem Arbeitgeber-Euro stärker entlasten als eine klassische Gehaltserhöhung.

Gehaltserhöhung und Mobilitätsbudget im direkten Vergleich​

Aufgrund der unterschiedlichen Zielsetzungen, Kosten und Gestaltungsmöglichkeiten ist es sinnvoll, Gehaltserhöhung und Mobilitätsbudget im direkten Vergleich zu betrachten.

KriteriumGehaltserhöhungMobilitätsbudget
ZielDauerhafte Erhöhung des EinkommensGezielte Entlastung bei Mobilitätsausgaben
Nettoeffekt für MitarbeitendeDurch Steuern und Sozialabgaben reduziertOptimierbar durch steuerfreie und steuerbegünstigte Mobilitätsformen
Kosten für ArbeitgeberDauerhaft höhere Lohn- und LohnnebenkostenPlanbar und je nach Modell steuerlich begünstigt
Flexibilität für MitarbeitendeHochZweckgebunden, aber für unterschiedliche Mobilitätsformen nutzbar
Steuerliche GestaltungsmöglichkeitenGeringJe nach Mobilitätsart unterschiedliche Steuerbegünstigungen möglich
Langfristige PersonalkostenSteigen dauerhaftFlexibel anpassbar, steuerliche Behandlung abhängig von der Mobilitätsart
Geeignet fürMotivation, Anerkennung von LeistungenMobilitätsstrategie, Nettolohnoptimierung

Der Nettoeffekt ist aber nicht alles: Eine Gehaltserhöhung verändert die Vergütungsbasis dauerhaft. Ein Mobilitätsbudget bleibt dagegen eine zweckgebundene Leistung mit einer anderen Funktion innerhalb des Vergütungspakets. Unternehmen sollten deshalb nicht nur vergleichen, welcher Betrag kurzfristig netto bei den Beschäftigten ankommt, sondern auch berücksichtigen, welche langfristige Funktion die jeweilige Leistung erfüllen soll.

Ersparnisrechner Mobilitätsbudget

Berechnen Sie selbst: Was spart Ihr Unternehmen mit dem MOBIKO Mobilitätsbudget?

Vergleichen Sie die Arbeitgeberkosten einer Bruttogehaltserhöhung mit einem MOBIKO Mobilitätsbudget in gleicher Höhe, inklusive Steueroptimierung und Lizenzkosten.

Ihre Angaben

Im Durchschnitt nutzen MOBIKO Nutzer rund 50 % ihres Budgets für steuerfreie Mobilität, etwa Deutschlandticket, ÖPNV-Tickets oder Bahn. Bei manchen Unternehmen liegt dieser Anteil deutlich höher. Der übrige Anteil ist hier vereinfacht als voll steuer- und abgabenpflichtig gerechnet.

Erfahrungswert bei MOBIKO Nutzern: rund 85 % des bereitgestellten Budgets werden im Schnitt tatsächlich abgerufen. Der Rest bleibt ungenutzt und kostet Sie nichts, anders als bei einer Gehaltserhöhung, die in jedem Fall in voller Höhe ausgezahlt wird.

Ihre Ersparnis

Monatliche Ersparnis gegenüber einer Bruttogehaltserhöhung in gleicher Höhe

401 €

10,6 % geringere Arbeitgeberkosten

4.812 € Ersparnis pro Jahr

Nicht abgerufenes Budget473 €

Eingesparte Lohnnebenkosten362 €

Abzüglich MOBIKO Lizenzkosten−434 €

Ersparnis pro Monat401 €

Bruttogehaltserhöhung3.780 €

MOBIKO Mobilitätsbudget3.379 €

Vorteil für Ihre Mitarbeitenden

Der steuerfrei genutzte Anteil des abgerufenen Budgets kommt in voller Höhe an, von einer Gehaltserhöhung in gleicher Höhe bleibt nach Steuern und Sozialabgaben deutlich weniger übrig. Für denselben Netto-Effekt über das Gehalt lägen die Arbeitgeberkosten bei 4.527 € statt 3.379 € pro Monat.

6,85 € mehr netto pro Monat (+20 %)

Ergebnis im Beratungsgespräch besprechen Unverbindlich, 20 Minuten

Modellrechnung auf Basis folgender Annahmen: durchschnittliche Arbeitgeber-Lohnnebenkosten in Deutschland von 20 %, ein pauschaler Abzug von Steuern und Sozialabgaben auf Arbeitnehmerseite von 45 % bei einer Gehaltserhöhung, der oben eingestellte Anteil steuerfreier Mobilität sowie die oben eingestellte Budgetausnutzung, dazu MOBIKO Standardlizenzkosten von 89 € Plattformgebühr zuzüglich 6,90 € pro Mitarbeitendem und Monat. Verglichen werden die Arbeitgeberkosten einer Bruttogehaltserhöhung mit einem Mobilitätsbudget in gleicher nominaler Höhe. Der nicht steuerfreie Anteil ist vereinfacht als voll steuer- und abgabenpflichtig gerechnet, mögliche Pauschalversteuerungen einzelner Mobilitätsarten sind nicht berücksichtigt. Ein Teil der ausgewiesenen Ersparnis entsteht dadurch, dass nicht abgerufenes Budget keine Kosten verursacht, während eine Gehaltserhöhung in jedem Fall vollständig ausgezahlt wird. Die Netto-Angaben pro Person beziehen sich auf das tatsächlich abgerufene Budget. Alle Angaben ohne Gewähr, individuelle Ergebnisse können je nach Unternehmen, Einkommenshöhe und Mobilitätsverhalten abweichen. Diese Darstellung ist keine steuerliche Beratung. Für eine verbindliche Berechnung Ihres individuellen Falls sprechen Sie gern mit unserem Vertriebsteam.

Die eigentliche Frage: Wie kann es praxisnah umgesetzt werden?​

In der Praxis ist es meist kein Entweder-Oder. Ein Gehalt stellt immer noch die faire Entlohnung für die geleistete Arbeit dar und sollte mit der Zeit oder zunehmender Verantwortung auch steigen, um die Leistung und Position angemessen zu honorieren. Eine Gehaltserhöhung kann also nicht jedes Mal durch ein Mobilitätsbudget ersetzt werden, auch weil die Mobilitätskosten der Beschäftigten irgendwann gedeckt sind.

Eine praktikable Lösung ist die Kombination eines Mobilitätsbudgets mit einer Gehaltserhöhung. Unternehmen können eine moderate Gehaltserhöhung gewähren und diese durch ein zusätzlich zum Arbeitslohn bereitgestelltes Mobilitätsbudget ergänzen. Durch diese Vorgehensweise kann das Mobilitätsbudget auch in späteren Gehaltsverhandlungen eine Rolle spielen, weil es in seiner Höhe noch aufgestockt werden kann.

Unternehmen, die wirtschaftlich, vorausschauend und im Sinne ihrer Angestellten handeln möchten, können das Mobilitätsbudget als wirksames Instrument bei der Gehaltsverhandlung einsetzen. Wichtige Fragen und Bedenken der Belegschaft sollten hier ebenfalls angesprochen werden. Welche das sind und wie HR darauf antworten kann, lesen Sie in diesem Artikel: Welche Fragen Arbeitnehmende zur Nettolohnoptimierung beschäftigen

Fazit: Was ist besser – Gehaltserhöhung oder Mobilitätsbudget?

Es gibt keine allgemeingültige Antwort auf diese Frage. Denn ob eine Gehaltserhöhung oder ein Mobilitätsbudget besser ist, hängt immer von den individuellen Umständen, dem Mobilitätsverhalten und den Auswirkungen für die Einzelnen ab. Gerade deshalb sollte diese Angelegenheit immer eine Einzelfallentscheidung sein und ist nicht auf eine gesamte Belegschaft konsequent anwendbar.

Gehaltserhöhung und Mobilitätsbudget verfolgen unterschiedliche Ziele und können daher auch gut miteinander kombiniert werden. Entscheidend ist, was zur Vergütungs- und Mobilitätsstrategie des Unternehmens und den Bedürfnissen der Mitarbeitenden passt.

Autorin

Kristina Fraitzl

Kristina Fraitzl​

Freelance SEO-Texterin für HR und Employer Branding

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