09. März 2026 | 6 min Lesezeit

Alternativen zur Gehaltserhöhung – Ideen, steuerliche Aspekte und Umsetzungstipps

Gehaltsverhandlungen gehören zu den Themen in Unternehmen, die mit großer Sensibilität behandelt werden. Mitarbeitende möchten eine angemessene Wertschätzung ihrer Leistung erhalten, während Unternehmen gleichzeitig unter Budgetdruck stehen und durch Vergütungsstrukturen oft wenig Spielraum haben. Nach hart erkämpften Gehaltserhöhungen kommt schließlich nur ein kleiner Teil bei den Einzelnen an. Zusatzleistungen des Arbeitgebers sind für Beschäftigte hier oft die bessere Wahl.

Wir zeigen, welche Alternativen zur Gehaltserhöhung es gibt und wie sie sich für beide Seiten lohnen.

In Kürze

  • Klassische Gehaltserhöhungen bringen oft wenig Netto-Mehrwert und hohe Kosten für Arbeitgeber.

  • Steuerfreie Benefits wie Mobilitätszuschüsse oder Jobtickets erzeugen mehr Netto beim Mitarbeitenden.

  • Flexible Mobilitätsbudgets decken verschiedene Bedürfnisse ab – beruflich und privat.

  • Erfolg hängt davon ab, dass Benefits relevant, leicht umzusetzen und auf Mitarbeitende zugeschnitten sind.
Inhaltsverzeichnis

Warum Unternehmen über Alternativen zur Gehaltserhöhung nachdenken sollten

Bei einer klassischen Gehaltsverhandlung landet nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben nur ein kleiner Teil auf dem Konto der Angestellten. Dabei betreffen Gehaltserhöhungen meist nicht nur eine Person, sondern ganze Abteilungen oder das gesamte Unternehmen. In Summe bedeutet das für Unternehmen also einen hohen finanziellen Aufwand, der sich für die Einzelnen nur in einem geringen Mehr an Netto auswirkt.

Ein Beispiel: Max erhält ein monatliches Bruttogehalt von 3.000 €. Unter Berücksichtigung seiner individuellen Umstände (Lohnsteuerklasse, Kirchensteuer, Pflegeversicherungszuschlag) bleiben ihm davon 2.031 € netto.

Nun bekommt Max eine Gehaltserhöhung von 100 € von seinem Arbeitgeber. Davon landen nach Steuern und Sozialversicherungsabgaben 54 € auf seinem Konto.

Auf der Arbeitgeberseite bezahlt das Unternehmen nicht nur die 100 € Lohnerhöhung, sondern auch Lohnnebenkosten in Höhe von 20 €. Den Ausgaben von 120 € stehen also 54 € gegenüber, die tatsächlich beim Begünstigten Max ankommen.

Hinweis: Wir rechnen mit Lohnnebenkosten von 20 %. Dies ist ein durchschnittlicher Wert und kann von Ihrem Unternehmen abweichen.Die Berechnung stellt keine steuerliche Beratung dar. Bitte wenden Sie sich dazu an Ihren Steuerberater.

Deshalb ist es für Unternehmen sowie Mitarbeitende sinnvoll, über Alternativen zur Gehaltserhöhung nachzudenken. Hier kommen Zusatzleistungen ins Spiel, denn viele Zuschüsse sind durch den Staat steuerbegünstigt oder komplett steuerfrei. In beiden Fällen haben sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmende finanziell mehr davon als bei einer Bruttolohnerhöhung.

Benefits statt Gehaltserhöhung umsetzen und kommunizieren

Die Vorteile für Arbeitgeber und Angestellte sind geklärt. Nun geht es darum, diese Entscheidung umzusetzen und die Belegschaft darüber aufzuklären. Laut einer kununu Studie von 2024 sind 49 % der befragten Beschäftigten grundsätzlich offen, Benefits anstelle einer Gehaltserhöhung zu erhalten.


Was für HR und Geschäftsleitung beim Thema Alternativen zur Gehaltserhöhung jedoch oft trivial und verständlich ist, wirft bei Arbeitnehmenden wichtige Fragen auf. Ein höheres Gehalt wird immer noch mit mehr Sicherheit, Planbarkeit und Vorteilen in der Rentenversicherung verbunden. Mitarbeitende haben Bedenken, dass Benefits nur einen kurzfristigen Nutzen für sie haben. Hier sollten Arbeitgeber die wesentlichen Hintergründe und Zusammenhänge verständlich machen.


Wichtig: Arbeitgeberzuschüsse können kein wettbewerbsfähiges Grundgehalt ersetzen, sondern sollen als attraktive, strategische Ergänzung fungieren.

Auswahl der richtigen Arbeitgeberzuschüsse

Business Frau und Mann schütteln sich lächelnd die Hand

Wenn Unternehmen damit werben, dass mehr Netto bei den Arbeitnehmenden ankommt, ist die Auswahl der richtigen Arbeitgeberzuschüsse entscheidend. Nur wenn jeder Einzelne einen klaren Nutzen von den angebotenen Benefits hat, sind Zuschüsse auch tatsächlich mit dem Mehrwert aus einer Lohnerhöhung gleichzusetzen. Wichtige Kriterien für passende Zuschüsse sind:

  • Steuerliche Begünstigung
  • Relevanz für eine breite Zielgruppe
  • Flexibilität
  • Geringer Verwaltungsaufwand
  • Nachhaltiger Nutzen statt Streuverluste


Tipp:
Befragen Sie Ihre Mitarbeitenden und passen Sie Benefits von Zeit zu Zeit an. Wer wirklich relevante Zuschüsse anbietet und diese auch in Stellenanzeigen kommuniziert, steigert die Arbeitgeberattraktivität des Unternehmens. Das hat unser Kunde Evangelische Axenfeld-Gesellschaft in seiner Erfolgsgeschichte deutlich gemacht.

Diese Benefits lohnen sich als Alternative

Welche Benefits interessant für Arbeitnehmende sind, hängt stark von Berufsgruppen, Lebensumständen und Familiensituationen ab. Wir zeigen Ihnen Arbeitgeberzuschüsse, die für die Mehrheit interessant sind und sich individuell anpassen lassen:

  • Betriebliche Altersvorsorge: Steuervorteile durch Entgeltumwandlung, langfristige Absicherung und gesetzlich verpflichtender Arbeitgeberzuschuss
  • Mobilität: ÖPNV-Ticketzuschuss, Deutschland-Jobticket, E-Bike-Leasing oder flexibles Mobilitätsbudget
  • Freizeit: Zusätzliche Urlaubstage, flexible Arbeitszeiten oder das Herabsetzen von Wochenstunden bei gleichbleibendem Gehalt
  • Gutscheine: als Sachbezug bis zu 50 € im Monat steuerfrei und weitgehend flexibel einsetzbar


Mehr Infos zu steuerfreien Arbeitgeberzuschüssen inklusive Tipps für Arbeitgeber finden Sie hier: Steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse – 9 Alternativen zur Gehaltserhöhung

Umsetzungstipp: Unternehmen sollten einerseits darauf achten, dass die Arbeitgeberzuschüsse auch zu den Bedürfnissen ihrer Mitarbeitenden passen. Andererseits darf das Thema Benefits auch nicht dazu führen, dass HR im Verwaltungs- und Abrechnungsaufwand vieler verschiedener Benefits ertrinkt.

Am besten eignen sich Benefits, die flexibel gestaltet und für den Großteil der Belegschaft relevant sind. Hier rückt das Mobilitätsbudget in den Fokus, das alle Beschäftigten betrifft und flexibel eingesetzt werden kann. Mit der Plattform von MOBIKO wird die Abrechnung außerdem unkompliziert, skalierbar und steuerkonform gestaltet.

Ein Mann mit einer Tabelle und einem Laptop prüft Diagramme in einem Büro.

Im Fokus: das Mobilitätsbudget

Mit 12 % aller Konsumausgaben macht die Mobilität den drittgrößten Sektor nach Wohnen und Lebensmitteln in deutschen Haushalten aus. Das zeigt, wie relevant Arbeitgeberzuschüsse zur Mobilität sind.


Mit dem Mobilitätsbudget können Arbeitgeber einen Zuschuss zahlen, der steuerlich begünstigt ist, genau dort ankommt, wo er benötigt wird, und im Vergleich zu einer Gehaltserhöhung mehr bringt.


So funktioniert das Mobilitätsbudget: Arbeitgeber stellen ihren Beschäftigten einen monatlichen Betrag für den Arbeitsweg und für Fahrten in der Freizeit als Benefit zur Verfügung. Damit können Mitarbeitende selbst entscheiden, für welche Verkehrsmittel und Mobilitätslösungen sie das verfügbare Guthaben einsetzen. So entsteht maximale Flexibilität. Wenn Unternehmen zur Umsetzung eine Softwarelösung wie MOBIKO nutzen, profitieren sie von einer zuverlässigen, steuerkonformen und nachvollziehbaren Abrechnung, die ihnen mehr Zeit für wichtige Dinge lässt.


Erfahren Sie hier mehr zum Mobilitätsbudget für Unternehmen

FAQ: Die wichtigsten Fragen

Welche Alternative gibt es zu Gehaltserhöhungen?

Unternehmen können ihren Arbeitnehmenden Benefits anstelle von Gehaltserhöhungen anbieten. Durch steuerfreie oder steuerbegünstigte Zuschüsse erhalten Beschäftigte mehr Netto von ihrem Gehalt, während Arbeitgeber Lohnnebenkosten einsparen. Benefits können beispielsweise Essenszuschüsse, Dienstwagen, Gutscheine, Kinderbetreuungszuschüsse oder das Deutschland-Jobticket sein.

Kann man mehr Freizeit statt einer Gehaltserhöhung gewähren?

Unternehmen können ihren Mitarbeitenden eine Gehaltserhöhung in Form von weniger Arbeitsstunden für gleichbleibendes Gehalt bieten. Eine weitere Möglichkeit ist das Gewähren von zusätzlichen Urlaubstagen. Diese Varianten sollten allerdings immer abteilungs- oder unternehmensübergreifend umgesetzt werden und keine Einzelfallentscheidungen sein. Außerdem sind eventuelle tarifliche Vertragsbedingungen zu beachten.

Wie hoch ist eine normale jährliche Gehaltserhöhung?

Je nach Berufserfahrung, Position und Bildungsabschluss sind 3 % bis 7 % Gehaltserhöhung pro Jahr realistisch. Beim Wechsel von einer fachlichen Position zur Rolle als Führungskraft können Beschäftigte bis zu 20 % Steigerung erwarten. Auch wie lange die letzte Gehaltserhöhung zurückliegt und ob es jährliche tarifliche Erhöhungen gibt, spielt eine Rolle.

Haben Sie bereits über Benefits als Alternative zu einer Gehaltserhöhung nachgedacht? Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie tiefere Einblicke und echte Kundenbeispiele zum Thema Mobilitätsbudget statt Gehaltserhöhung erhalten möchten.

Autorin

Kristina Fraitzl

Kristina Fraitzl​

Freelance SEO-Texterin für HR und Employer Branding

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