1. Juni 2026 | 8 min Lesezeit
Was ist Shared Mobility und welche Bedeutung hat die Mobilitätsform für Unternehmen?
Mobilität verändert sich: Nicht nur die Verkehrsmittel entwickeln sich weiter, sondern auch die Art, wie Menschen sich fortbewegen, befindet sich im Wandel. Besonders in Städten gewinnt Shared Mobility zunehmend an Bedeutung: Geteilte Fahrzeuge, bei denen die möglichst effiziente Nutzung im Mittelpunkt steht. Welche Formen von Shared Mobility es gibt und welche Bedeutung die Mobilitätsform für Unternehmen hat, zeigt dieser Artikel.
In Kürze
- Shared Mobility beschreibt die flexible, zeitweise Nutzung geteilter Fahrzeuge statt dauerhaften Besitzes.
- Besonders in Städten gewinnt Shared Mobility durch Digitalisierung, Flexibilität und Nachhaltigkeitsziele an Bedeutung.
- Unternehmen können Shared Mobility gezielt nutzen, um Mobilitätskosten zu reduzieren, den Fuhrpark zu entlasten und nachhaltige Mobilität zu fördern.
- In Kombination mit einem Mobilitätsbudget lassen sich Sharing-Angebote flexibel und ohne eigene Fahrzeugflotte in die Unternehmensmobilität integrieren.
- Shared Mobility ist nicht automatisch nachhaltig – entscheidend ist, ob dadurch tatsächlich private Fahrzeuge ersetzt werden.
Was ist Shared Mobility?
Shared Mobility beschreibt die zeitweise Nutzung geteilter Fahrzeuge durch unterschiedliche Menschen, ohne dass diese im dauerhaften Besitz einer einzelnen Person sind. Die geteilte Mobilität zielt darauf ab, die Auslastung von Fahrzeugen effizienter zu machen, Mobilität nachhaltig zu gestalten und Kosten für alle zu reduzieren.
Menschen, die ein Fahrzeug kurzzeitig nutzen möchten, buchen es über einen Anbieter für den benötigten Zeitraum. Auf diese Weise können beispielsweise Personen, die kein eigenes Auto haben, einen Pkw von einem Carsharing-Anbieter für kurze Zeit mieten. Shared Mobility steht außerdem für einen grundlegenden Wandel im Mobilitätsverhalten: Nicht mehr der Besitz eines Fahrzeugs steht im Mittelpunkt, sondern die flexible Nutzung je nach Situation und Bedarf.
Berücksichtigt man, dass private Autos einen Großteil des Tages ungenutzt auf einer Parkfläche stehen statt bewegt zu werden, ist das Konzept der Shared Mobility sehr sinnvoll und lösungsorientiert.
Welche Formen von Shared Mobility gibt es?
Shared Mobility deckt mittlerweile viele verschiedene Fahrzeuge ab, die unterschiedliche Bedürfnisse ansprechen:
- Carsharing – die vorübergehende Nutzung eines Autos, z. B. für den Transport von größeren Gütern
- Bikesharing – hierunter fallen Fahrräder, E-Bikes, Stadträder oder auch Lastenräder
- Scootersharing – Roller mit Motor- oder Elektroantrieb sowie elektrische Tretroller
Eine spezielle Form der Shared Mobility ist die On-Demand-Mobilität. Im Gegensatz zur klassischen Shared Mobility buchen Nutzende hier kein Fahrzeug, sondern einen Fahrdienst. Das können zum Beispiel individuelle Fahrten ähnlich wie eine Taxifahrt sein, oder ein Ridepool, bei dem mehrere Fahrgäste mit ähnlichen Zielen gemeinsam transportiert werden, ohne an feste Routen oder Fahrpläne gebunden zu sein. Diese Leistung deckt vor allem Gebiete ab, in denen die Menschen weder ein eigenes Auto besitzen noch den ÖPNV oder andere Shared Mobility Angebote nutzen können.
Shared Mobility im Alltag
Mobilität verändert sich und wird flexibler, schneller verfügbar und digitaler. Die Shared Mobility greift genau diese Bedürfnisse auf und gewinnt daher an Bedeutung. Viele Sharing-Anbieter setzen auf elektrisch betriebene Fahrzeuge, wodurch die Nutzung nachhaltiger gestaltet werden kann.
Weitere Vorteile von Shared Mobility sind:
- Niedrigere Kosten für Nutzende, die nur selten ein eigenes Fahrzeug benötigen
- Verteilung der Kosten für Reparaturen und Versicherungen
- Förderung von nachhaltigen Verkehrsmitteln bei Zugriff auf Elektromobilität
- Nutzung moderner Fahrzeuge
- Hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
- Einfache und digitale Nutzung
- Entlastung von Parkflächen in Städten, wenn Menschen durch Shared Mobility auf ein eigenes Fahrzeug verzichten
Um Shared Mobility alltagstauglich zu machen, sind sogenannte Mobility Hubs wichtig (z. B. Mobilitätspunkte in München). An zentralen Verkehrsknotenpunkten wie Bahnhöfen können unterschiedliche Verkehrsmittel miteinander kombiniert werden – beispielsweise ÖPNV, Carsharing und Bikesharing. So lässt sich multimodale Mobilität verwirklichen.
Welche Bedeutung hat Shared Mobility für Unternehmen?
Mobilität betrifft alle Menschen, die irgendwo unterwegs sind. Einen großen Punkt im Alltag machen der Arbeitsweg sowie geschäftliche Reisen aus. Unternehmen, die die Mobilität ihrer Mitarbeitenden aktiv steuern möchten, sollten sich also mit dem Konzept der Shared Mobility beschäftigen.
Im Grunde stellen Poolfahrzeuge im Unternehmen eine Ursprungsform der Shared Mobility dar. Hier werden flexibel einsetzbare Dienstwagen zur Verfügung gestellt, die von unterschiedlichen Beschäftigten genutzt werden können, die nur selten Bedarf an einem Firmenfahrzeug haben. In der Regel werden diese für Dienstreisen eingesetzt.
Geschäftsreisen können gut über Shared Mobility abgebildet werden und dadurch den eigenen Fuhrpark verschlanken. Je nach Häufigkeit der Geschäftsreisen, Standort der Firma und Mitarbeiteranzahl kann es für Unternehmen Sinn machen, bei Dienstreisen (gelegentlich oder häufig) auf Shared Mobility Angebote wie Carsharing zurückzugreifen. Besonders in urbanen Regionen kann Shared Mobility Unternehmen helfen, Fuhrpark- und Parkplatzkosten zu reduzieren und Mobilität bedarfsgerechter bereitzustellen.
Möchten Unternehmen ihre Mitarbeitenden von den zahlreichen Vorteilen der Shared Mobility profitieren lassen, müssen sie nicht zum Anbieter werden oder extra Fahrzeuge für den Arbeitsweg zur Verfügung stellen. Es ist für Unternehmen deutlich einfacher: Die Angebote sind da und sie sind flexibel einsetzbar. Wenn Arbeitgeber es ihren Beschäftigten leicht machen, diese zu nutzen, fördern sie damit zukunftsfähige Mobilitätsformen.
Der beste Weg dafür: das Mobilitätsbudget. Arbeitgeber erlauben eine Erstattung von Shared Mobility Kosten über das Mobilitätsbudget und geben den Arbeitnehmenden dadurch die Möglichkeit, alle Belege vom Carsharing bis zum Rufbus einzureichen und sich die Kosten dafür erstatten zu lassen. Damit können die Angestellten den Anbieter frei wählen und je nach Situation flexibel zwischen verschiedenen Mobilitätsformen wählen.
Ohne zentrale Anwendungen entstehen bei unterschiedlichen Sharing-Anbietern jedoch schnell fragmentierte Prozesse, mehrere Abrechnungssysteme und zusätzlicher Verwaltungsaufwand für HR. Eine Abrechnung über eine Plattform wie MOBIKO bündelt und automatisiert alle Prozesse, die mit der Erstattung von Mobilitätsausgaben der Beschäftigten verbunden sind.
Herausforderungen und Grenzen von Shared Mobility
Neben den vielen positiven Aspekten sollten für eine ganzheitliche Betrachtung jedoch auch die Grenzen und Herausforderungen der Shared Mobility angesprochen werden:
- Bei häufiger Nutzung kann Shared Mobility teurer als das eigene Fahrzeug sein
- Vorrangig in Städten ausgebaut und sinnvoll, im ländlichen Raum sind Shared Mobility Angebote weniger bis gar nicht verbreitet
- Gefahr von Gehweg-Behinderungen und Stolperfallen durch wild geparkte E-Scooter in Städten
- Teils eingeschränkte Flexibilität bei mangelnder Verfügbarkeit bzw. Vorplanung der Nutzungszeit und -dauer
Wann ist Shared Mobility wirklich nachhaltig?
Shared Mobility ist ein durchdachtes Konzept, das Mobilität flexibler und anpassungsfähiger gestaltet und nachhaltige Verkehrsmittel fördern kann. Doch mit der reinen Wahl von Shared Mobility ist die Fortbewegung nicht automatisch nachhaltiger und umweltfreundlicher. Verzichten Menschen bewusst auf ein eigenes Auto oder den Roller und nutzen stattdessen entsprechende Sharing-Angebote, ist der Nachhaltigkeitsfaktor gegeben, weil weniger Fahrzeuge benötigt werden und die vorhandenen Ressourcen stattdessen effizienter eingesetzt werden. Wird das Carsharing jedoch nur als Ergänzung genutzt, relativiert sich der Nachhaltigkeitsfaktor.
Nachhaltig wird das Konzept der Shared Mobility, wenn:
- vorrangig auf Elektrofahrzeuge zugegriffen wird,
- Sharing-Angebote die Anschaffung eigener Fahrzeuge unnötig machen und
- multimodale Mobilität mit Anknüpfung an den ÖPNV möglich wird.
Damit das geschieht, muss Shared Mobility vor allem eins sein: alltagstauglich. Das heißt: einfache und digitale Nutzung, gute Auffindbarkeit von Angeboten und Mobility Hubs. Das sind vor allem die Aufgaben von Anbietern, Kommunen und öffentlichen Trägern.
Kann Shared Mobility den Dienstwagen ersetzen?
Unter bestimmten Voraussetzungen kann Shared Mobility den Dienstwagen ersetzen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn Mitarbeitende für Geschäftsreisen ein Carsharing-Angebot, den ÖPNV oder eine Kombination aus beiden Verkehrsmitteln nutzen. In der Praxis müssen jedoch auch folgende Punkte in die Überlegung miteinbezogen werden, ob Shared Mobility und andere Mobilitätsformen den Dienstwagen ersetzen können:
- Ist der Dienstwagen ein Teil der Vergütungsstruktur und wie wird dieser dann kompensiert?
- Kann der Beschäftigte die Arbeitsstätte bequem mit dem ÖPNV erreichen, wenn der Dienstwagen wegfällt?
- Wie wird die Veränderung kommuniziert und wie gelingt es, den Arbeitnehmenden zu signalisieren, dass ihnen nichts „weggenommen“ wird?
Gerade in Kombination mit einem flexiblen Mobilitätsbudget wird Shared Mobility für Unternehmen besonders interessant: Mitarbeitende können situativ die Mobilitätsform nutzen, die wirklich zu ihrem Alltag passt – ohne dass Unternehmen eigene komplexe Mobilitätsstrukturen aufbauen müssen.
Autorin
Kristina Fraitzl
Freelance SEO-Texterin für HR und Employer Branding

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