31. März 2026 | 10 min Lesezeit

Mobilitätsstrategie auf datenbasierten Entscheidungen aufbauen:
Leitfaden für Mobility-Verantwortliche

Daten sind nicht nur die Währung der Zukunft, sondern längst ein entscheidender Erfolgsfaktor in der Gegenwart. Die Digitalisierung ermöglicht es, Daten über Zustände und Verhaltensweisen aufzuzeichnen und fundierte Entscheidungen darauf aufzubauen. Dieses Vorgehen nennt man datengetriebene oder datenbasierte Entscheidungsfindung. Auch in der Mobilität spielen sie eine zentrale Rolle. Wir klären auf, wie Unternehmen wichtige Daten als Basis für ihr Mobilitätskonzept heranziehen, wie Sie an diese Daten gelangen und welche Entscheidungen davon abhängen.

In Kürze

  • Eine Mobilitätsstrategie ohne Daten als Grundlage ist in den meisten Fällen ein Schuss ins Blaue.

 

  • Datengetriebene Entscheidungen helfen, Streuverluste zu minimieren, Kosten zu senken und die Nutzungsquoten von Benefits zu erhöhen.

 

  • Datenquellen sind bestehende HR-Daten, Reisekosten, Mitarbeiterbefragungen und Mobilitätslösungen.

 

  • Mobilität ist kein isolierter Benefit, sondern ein Arbeitgeberangebot mit Strategie.
Inhaltsverzeichnis

Warum ein Mobilitätskonzept auf Daten basieren sollte

Viele Benefit-Entscheidungen in Unternehmen werden aus dem Bauch heraus getroffen. Der Dienstwagen beispielsweise ist stark emotional besetzt und häufig weniger Ergebnis einer Analyse als vielmehr eines etablierten Systems. Eine betriebliche Altersvorsorge vermittelt Arbeitnehmenden ein Gefühl der Sicherheit für ihre Rente.

Wenn es jedoch darum geht, Benefits mit echter Wirkung und hoher Nutzung zu etablieren, reichen Annahmen und Gefühle nicht aus. Entscheidend ist, wie sich Mitarbeitende tatsächlich verhalten. Datengetriebene Entscheidungen ermöglichen es Mobility-Verantwortlichen:

  • Zuschüsse anzubieten, die besser auf die Bedürfnisse der Belegschaft ausgerichtet sind,
  • Streuverluste zu verringern,
  • Kosten zu senken und
  • Mobilität im Unternehmen aktiv zu gestalten.

Mobilitätskonzept: Welche Fragen Unternehmen beantworten sollten

Zu Beginn jeder Mobilitätsstrategie sollten diese Fragen stehen:

Welche Mobilitätsformen sollen den Mitarbeitenden zur Verfügung stehen?

Ganz wichtig ist hier: Nicht jedes Fortbewegungsmittel und nicht jede Mobilitätsform passen zu jedem Beschäftigten. Manche können nicht auf das eigene Auto verzichten, andere bevorzugen den ÖPNV und bestimmte Personengruppen möchten so flexibel wie möglich bleiben und zwischen Verkehrsmitteln wechseln können. Um die richtige Entscheidung dahingehend treffen zu können, welche Mobilitätsarten angeboten werden sollen, benötigen Sie Informationen und Daten über das Nutzungsverhalten Ihrer Arbeitnehmenden.

Wie stellen wir sicher, dass die Angebote von der Mehrheit der Belegschaft genutzt werden?

Eine gelungene Benefit-Strategie endet nicht damit, dass ein festgelegtes Budget in Zuschüsse, Gutscheine oder Tankkarten fließt. Wirklichen Mehrwert bringt ein Mitarbeitervorteil erst dann, wenn er von der Zielgruppe auch genutzt wird. Gerade im Bereich Mobilität ist es herausfordernd, alle Beschäftigten abzudecken und allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Die gute Nachricht: Mit einer Kombination aus Mobilitätsbudget, Dienstwagen und steuerfreien Zuschüssen können sehr viele Mobilitätsformen abgedeckt werden. Mit MOBIKO bleibt zugleich auch der Verwaltungsaufwand für HR und Mobility-Verantwortliche minimal.

Welche Strukturen, Budgets und Regelungen brauchen wir, um Mobilität sinnvoll zu gestalten?

Mobilität ist ein strategisches Thema, das in regelmäßigen Abständen evaluiert und angepasst werden sollte. Ein detailliertes Mobilitätskonzept hält alle wichtigen Regelungen, Verantwortlichkeiten, Budgets und Budgetgruppen fest. Für eine Fuhrparkflotte ist außerdem eine Car Policy bzw. eine E-Car-Policy (für Elektrofahrzeuge) notwendig.

Für alle drei Fragen ist ausschlaggebend, dass Sie die Verhaltensweisen Ihrer Mitarbeitenden kennen.

Wie kommen Sie an relevante Daten?

Um datengetriebene Entscheidungen in der Mobilität treffen zu können, brauchen Sie Daten als Grundlage. Die alles entscheidende Frage für HR und Mobility-Verantwortliche ist nun: Wie kommen Sie an diese Daten? Wir zeigen Ihnen Wege und Quellen für die Datenerhebung:

QuelleErkenntnisseVorteileNachteile
Bestehende HR-DatenKombinieren Sie Daten über Wohnorte der Mitarbeitenden mit bestehenden Arbeitsmodellen (flexible Arbeitszeiten, Teilzeit) und bewerten Sie die Relevanz der Verkehrsmittel (z. B. Möglichkeit zur Nutzung des ÖPNV) oder bilden Sie Cluster (z. B. Stadt vs. Land).• Sofort verfügbar, geringer Erhebungsaufwand
• Datenschutzsicher nutzbar
• Kein reales Verhalten ableitbar
• Bildet keine Veränderungen ab (z. B. Fahrradnutzung nur im Sommer)
Reisekostenabrechnung Die Reisekostenabrechnung liefert Erkenntnisse über Kostenstrukturen sowie Buchungs- und Entscheidungslogiken, sodass daraus konkrete Maßnahmen für Travel Policies abgeleitet werden können (z. B. Kurzstreckenflüge durch Bahnreisen ersetzen).• Reales Verhalten sichtbar
• Klarer Bezug von Kosten zu Verkehrsmitteln
• Gute Entscheidungsbasis für Travel Policies
• Bildet nur geschäftliche Reisen, kein Pendelverhalten ab
• Teils verzerrte Daten (zeigt nur erstattungsfähige, nicht unbedingt präferierte Verkehrsmittelwahl)
• Keine Grundlage für Benefits
• Hoher Auswertungsaufwand, da Daten oft unstrukturiert vorliegen
MitarbeiterbefragungenBefragen Sie Ihre Mitarbeitenden direkt nach ihren Vorstellungen zum Thema Mobilität – sowohl beruflich als auch privat.• Direktes Feedback der Zielgruppe
• Schnell umsetzbar
• Günstig
• Nur Wunschdaten, keine echten Werte
• Nur Momentaufnahme
MobilitätslösungenAuswertungen aus Mobilitätslösungen wie der MOBIKO Plattform zeigen Ihnen genau, wie welche Mobilitätsarten tatsächlich genutzt werden.• Einfache, schnelle Auswertung
• Keine zusätzlichen Kosten
• Berücksichtigt dienstliche und private Fahrten
• Nutzungshäufigkeit, Kosten und Trends ablesbar
• Nicht erstattungsfähige Mobilitätskosten werden nicht abgebildet

Die wesentlichen Erkenntnisse aus dieser Tabelle:

  • Die Auswertungen aus der Reisekostenabrechnung liefern Ihnen einen guten Überblick darüber, welche Kosten Sie aktuell haben, und sind ein Anhaltspunkt für die Erstellung einer Travel Policy.
  • Jedoch zeigen Daten aus den Reisekosten nur, wie Unternehmen reisen und nicht, wie Arbeitnehmende ihren Arbeitsweg oder ihre alltägliche Mobilität gestalten möchten.
  • Für eine erste und schnelle Bestandsaufnahme sind Mitarbeiterbefragungen eine gute Wahl.
  • Allerdings liefern Befragungen nur Schätzwerte und keine genauen Daten. Zum Beispiel kann ein Angestellter in der Umfrage angeben, dass er bei entsprechendem Zuschuss vom Auto auf den ÖPNV umsteigen würde. Sind in der Realität die Verbindungen allerdings unpraktisch für ihn, wird er weiterhin das Auto nutzen.
  • Mobilitätslösungen wie MOBIKO beinhalten genau die Daten, die Sie benötigen. Hier erkennen Sie, welche Fortbewegungsmittel wie häufig genutzt werden und welche Kosten dafür anfallen. Allerdings sollte die Lösung eine gewisse Zeit im Unternehmen laufen, um genügend Daten zu sammeln.


Die beste Lösung ist daher eine Kombination der Datenquellen. Werten Sie Daten aus MOBIKO aus und lesen Sie Trends und Nutzungshäufigkeiten daraus ab. Auf dieser Grundlage können Sie Ihr Mobilitätskonzept anpassen, indem Sie beispielsweise einen Teil der Dienstwagenflotte durch das Mobilitätsbudget ersetzen, die Höhe des Mobilitätsbudgets anpassen oder den Zuschuss für das Deutschland-Jobticket erhöhen.

Bei der Nutzung von Mobilitätsdaten sollten Unternehmen stets die datenschutzrechtlichen Anforderungen (z. B. DSGVO) berücksichtigen und auf anonymisierte oder aggregierte Daten setzen.

 

Mit MOBIKO können Mobility-Verantwortliche datengetriebene Entscheidungen treffen und ihr Mobilitätskonzept aktiv steuern. MOBIKO ist DSGVO-konform und vom TÜV Nord nach ISO-27001 zertifiziert.

Mobilitätsbenefits und ihre Nutzung: Vorstellung vs. Realität

In der Praxis klafft häufig eine große Lücke zwischen angebotenen Benefits und der tatsächlichen Nutzung. Durch die Einführung des Mobilitätsbudgets haben Unternehmen ein steuerbegünstigtes Instrument erhalten, mit dem sie diese Lücke schließen können. Denn das Mobilitätsbudget deckt eine Vielzahl von Verkehrsmitteln ab und lässt Nutzenden die Wahl, für welche Mobilitätsart sie sich Kosten erstatten lassen.

Informieren Sie sich hier zum Mobilitätsbudget.

Tatsächlich entscheiden praktische Faktoren darüber, ob Mobilitätsprogramme genutzt werden oder nicht. Gute Benefits müssen einen relevanten Mehrwert bieten, einfach in den Alltag integrierbar und im vorhandenen Budget der Geschäftsleitung sein. Deshalb sollte sich ein durchdachtes Mobilitätskonzept vor der Einführung mit den vorhandenen Daten beschäftigen, nicht erst danach.

Für echte und anonymisierte Daten werfen Sie einen Blick in unseren Mobilitätsreport 2025. Darin finden Sie sinnvoll zusammengefasste Daten aus über 260.000 eingereichten Mobilitätsbelegen unserer Nutzenden aus den Monaten Januar bis Dezember 2025. Hier zeigen wir unter anderem:

  • Wie vielfältig Mobilitätsausgaben tatsächlich sind
  • Welche Verkehrsmittel häufig kombiniert werden
  • Welche Angebote regelmäßig genutzt werden – und welche kaum
  • Welche Rolle Elektromobilität wirklich spielt

 

Laden Sie sich den Mobilitätsreport 2025 hier herunter:

Der MOBIKO Mobilitätsreport 2025

Über 260.000 ausgewertete Belege mit einem Gesamtvolumen von 13,5 Mio. € aus dem Jahr 2025:

Der Mobilitätsreport zeigt, wie Mobilitätsbudgets tatsächlich genutzt werden, welche Rolle das Deutschland-Jobticket im Alltag spielt und wie sich das Heimladen von E-Dienstwagen in der Praxis entwickelt.

Mobilität ist ein Benefit der Zukunft und Daten sind die Basis dafür. Das Mobilitätsverhalten der Mitarbeitenden verändert sich und unter anderem durch die Digitalisierung und Elektromobilität gibt es mittlerweile viele flexible und fortschrittliche Angebote wie z. B. Sharing-Dienste. Mobilität entwickelt sich hin zu Mobility-as-a-Service (MaaS), das heißt, Nutzende verwalten alle Mobilitätsausgaben und Informationen in einer Anwendung. Das verdeutlicht, welch wichtige Rolle digitale Lösungen wie die von MOBIKO auch für Unternehmen spielen, um Mobilität messbar und steuerbar zu machen.

Erfahren Sie mehr zur MOBIKO App und unserer Anwendung.

Warum Mobilitätsbenefits nicht mit anderen Benefits vergleichbar sind

Mobilität ist nicht vergleichbar mit anderen Benefits wie einem Wertgutschein oder einem Obstkorb. Sie entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Steuerungsmittel, mit dem Unternehmen Mitarbeitende gewinnen und halten, Nachhaltigkeitsziele fördern und Kosten senken können. Der Benefit muss regelmäßig weiterentwickelt und auf die Bedürfnisse der Belegschaft angepasst werden. Wer Mobilitätsentscheidungen auf Basis von echten Daten trifft, legt den Grundstein für einen erfolgreichen Benefit, der Teil der Unternehmensstrategie wird.

Setzen Sie datengetriebene Entscheidungen in der Mobilität bereits um? Teilen Sie diesen Artikel mit Mobility-Verantwortlichen oder HR-Entscheidern in Ihrem Unternehmen!

Autorin

Kristina Fraitzl

Kristina Fraitzl​

Freelance SEO-Texterin für HR und Employer Branding

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